Zusammen sind diese Menschen 100 Jahre alt.

«Es war ein cooles Fest»

VON ANINA TORRADO LARA, 17. 10. 2018

Wenn Jugendliche ein Fest für die ganze Gemeinde ausrichten, lässt sich das in Bösingen keiner entgehen. Vom 30. August bis 2. September 2018 trafen sich über 1200 Menschen zum Generationenfest auf dem Schulgelände. Da gab es von Kaffee bis Red Bull, von Alphorn bis Elektrobass und von Burger bis «Ghackets und Hörnli» für jeden Geschmack etwas. Der Jugendarbeiter Christoph Oesch erzählt.

Herr Oesch, wie kamen Sie auf die Idee eines Generationenfests?

Christoph Oesch: Auf die Idee kamen die Jugendlichen! Im November 2016 organisierte die Jugendkommission eine Zukunftswerkstatt für Jugendliche und junge Erwachsene, wo diese ihre Anliegen und Wünsche an die Gemeinde und an die Trägerschaft formulieren konnten. Sie wünschten sich explizit ein Fest für jung und alt. Und es blieb nicht nur beim Wunsch: Die Jugendlichen haben das Fest in Begleitung von Erwachsenen gleich selber auf die Beine gestellt.

Wie ging das Fest über die Bühne?

Es war ein cooles Fest. Es kamen über 1200 Gäste, rund 80 Freiwillige halfen mit. An den ersten zwei Abenden haben wir Kinofilme zum Thema «Spuren der Zeit» gezeigt. Am Samstag und Sonntag fanden vielfältige Aktivitäten statt: Zum Beispiel eine Schnitzeljagd, Konzerte, ein Jassturnier, gemeinsames Singen, Basteln und Spielen.

Wie waren die Reaktionen im Dorf?

Das Generationenfest kam sehr gut an. Viele Menschen haben sich seit langer Zeit zum ersten Mal wiedergesehen und waren sehr glücklich darüber. Ich habe im gemütlichen Kaffeestübli der Landfrauen und in der Jugendlounge nur glückliche Gesichter gesehen und bekam viel positives Feedback.

Und Ihr persönliches Highlight?

Mir hat die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen viel Freude bereitet. Wir haben das Fest über eineinhalb Jahre geplant und zusammen organisiert. An den Planungsgruppensitzungen und am Tag selber sind die jungen Menschen richtig aufgeblüht, denn sie durften mitbestimmen und sich für die eigene Gemeinde engagieren. Das war eine unbezahlbare Erfahrung – nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für uns Erwachsene.

Worüber redet eine 80-jährige Frau mit einem 14-jährigen Mädchen?

Zum Beispiel darüber, was Freundschaft und Sexualität im Alter bedeuten. Die Filme, die wir gezeigt haben, haben für viel Gesprächsstoff gesorgt.

Was beschäftigt ältere Menschen?

Alle Generationen beschäftigen ähnliche Themen: Geld, Arbeit, Kommunikation, Vereinsamung und die Freizeitgestaltung. Ältere Menschen denken viel darüber nach, was sie der nächsten Generation hinterlassen.

Und jüngere Menschen?

Was sie mit ihrem Leben bewirken möchten.

Wie ist das Verhältnis zwischen den Generationen in Ihrer Gemeinde?

Ich finde, der Zusammenhalt ist sehr hoch. Auf dem Land hilft man sich, das ist keine Frage. Am Generationenfest habe ich das sehr stark gespürt.

Wird das Generationenfest weitergeführt?

Wir haben zum Andenken einen Nussbaum gepflanzt und werden nun überlegen, das Fest in zwei Jahren nochmals durchzuführen. Auf jeden Fall werden wir im Jugendraum noch weitere Kinoabende veranstalten.

Wie hat Kebab+ Sie unterstützt?

Auch dank der grosszügigen Unterstützung durch Kebab+ konnten wir das Generationenfest so vielfältig gestalten. Kebab+ ist ein sehr gutes, niederschwelliges Angebot. Man kann gemeinsam mit Jugendlichen unkompliziert ein Gesuch einreichen und bekommt schnell Bescheid.

Zur Person

Christoph Oesch ist Jugendarbeiter der Gemeinde Bösingen und für die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verantwortlich. Zudem arbeitet er in verschiedenen Gremien der Gemeinde mit. Er hat das Generationenfest zusammen mit sechs Erwachsenen und einer Gruppe von engagierten 13- bis 18-jährigen Jugendlichen zwischen November 2016 und September 2018 umgesetzt.

www.generationenfest-boesingen.ch

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