Film ab!

VON ANINA TORRADO, 06. 08. 2018

Im Basler Freiluftkino Klybeck steht jeder Abend unter einem Motto: zum japanischen Animationsfilm gibt’s Sushi und zum Schweizer Film «Neuland» Chäsbängel. Ein Kernteam aus jungen Menschen stellt jeden Sommer ein sorgfältig kuratiertes Kinoprogramm auf die Beine. Michel Eisele von der Mobilen Jugendarbeit Basel und Riehen (MJAB/R) erzählt, was die besondere Atmosphäre ausmacht.

Diese Woche ist Premiere. Wie weit seid ihr mit den Vorbereitungen?

Michel Eisele: Wir sind fast bereit. Nun zimmern wir noch die letzten Kinostühle, ziehen das Segeldach auf und richten die Kochstellen ein. Als nächstes werden wir alle Lebensmittel einkaufen gehen. Bei rund 30 Gästen pro Abend ist das Einschätzen der Mengen und die Logistik anspruchsvoll.

Wie viel Zeit nimmt der Aufbau in Anspruch?

Wir beginnen bereits Monate vorher mit der Filmauswahl, denn wir müssen die Filme bei den Verleihern einkaufen. Ende Juli, Anfang August arbeiten wir dann intensiv am Aufbau des Festivals. Zum Schluss wird es jeweils ein bisschen hektisch.

Wer ist beim Aufbau der Chef?

Jeder ist ein bisschen Chef (lacht)! Wir sind einfach ein eingespieltes Team und nichts bringt uns so leicht aus der Ruhe.

Was macht die Atmosphäre des Freiluftkinos aus?

Das Industrieareal am Rheinufer ist die perfekte Location. Wir können hier «kreativ wüten». Und wenn es zu heiss wird, springen wir einfach schnell in den Fluss, um uns abzukühlen. Wir sind derzeit auch auf der Suche nach neuen Locations – und auch dort gibt es Bademöglichkeiten und schattenspendende Bäume.

Wie seid ihr auf die Idee fürs Kino gekommen?

Wir wollten den Jugendlichen eine nicht kommerzielle Alternative zu den Openair-Kinos anbieten, denn diese sind einfach sehr teuer und zeigen meist Mainstream-Filme. Wir suchen die besten Filme aus und entwickeln passend dazu ein Food-Konzept. 

Welche kulinarischen Highlights kann man dieses Jahr erwarten?

Was ich schon verraten kann: Zum Schweizer Film «Neuland» werden wir «Chäsbängel» – eine Art Fondue-Hotdog – servieren, zum japanischen Animationsfilm gibt es Sushi. Beliebt sind auch immer die Pizzen, die wir im selbstgebauten Pizza-Ofen backen. Und Popcorn mit Caramel-, Schoggi-, Safran- oder Curry-Aroma darf in einem Kino natürlich auch nicht fehlen!

Das klingt richtig gemütlich.

Sehr! Wenn der Film läuft, können wir zurücklehnen und es uns gut gehen lassen. Wir haben auch Wolldecken, sollte es mal abkühlen.

Wie kommt das Kino bei den Besuchern an?

Die Vorführungen sind für alle offen und wir erwarten im Schnitt 30 Gäste. Es kommen Leute aus dem Quartier, dann natürlich unsere Freunde und Bekannten und Kreative aus ganz Basel. Schön finde ich, dass viele Gäste jedes Jahr wiederkommen und das Publikum so durchmischt ist.

Wie begleitet die MJAB/R das Projekt?

Ich bin für die Jugendlichen Anlaufstelle bei allen Fragen und helfe beispielsweise beim Einholen von Bewilligungen, Gestalten von Flyern oder beim Fundraising.

Zur Person

Michel Eisele ist bei der Mobilen Jugendarbeit Basel und Riehen unter anderem für das Freiluftkino Klybeck verantwortlich. Es findet den ganzen Sommer (auch auf Anfrage!) in Basel bei jedem Wetter statt. Das Migros-Kulturprozent hat das Projekt im Rahmen des Programms Kebab+ in der Vergangenheit finanziell unterstützt, weil es die Selbständigkeit der Jugendlichen und den Austausch untereinander fördert. 

Migros-Kulturprozent
Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges, in den Statuten verankertes Engagement der Migros, das in ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gründet. Es verpflichtet sich dem Anspruch, der Bevölkerung einen breiten Zugang zu Kultur und Bildung zu verschaffen.
Migros Kulturprozent
DOJ
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