Partizipation und Nachhaltigkeit

Partizipation

 

Was ist unter Partizipation der Jugendlichen zu verstehen?

 

Partizipation ist eine methodische Grundhaltung, welche auf die optimale Einbindung der Jugendlichen in die Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse im Projekt oder Angebot ausgerichtet ist. „Optimal“ bedeutet: Die Partizipation wird so weit ausgeschöpft, als die zu erwartenden Resultate der Partizipation fachlich vertretbar sind.

 

Folgende Fragen lohnt es zu stellen, um bei der Planung oder Auswertung eines Kebab+ Projektes, den Partizipationsaspekt besonders zu berücksichtigen:

 

  • Welche besonderen Stärken (Ressourcen) haben einzelne Jugendliche und Gruppen? Wie können diese für das geplante Kebab+ Projekt genutzt werden?
  • Welche Ressourcen und Kompetenzen sind im Umfeld vorhanden?
  • Bis zu welchem Grad soll Partizipation und Mitwirkung ermöglicht werden? Wo sind die Grenzen der Partizipation im spezifischen Fall?
  • Welche Jugendlichen nutzen die Partizipationsangebote NICHT, und aus welchen Gründen? Wie können die Angebote gestaltet/begleitet werden, damit diese Jugendlichen/Kinder besser erreicht werden?
  • Bei welchen Jugendlichen sollen welche persönlichen und sozialen Kompetenzen/Ressourcen nachhaltig gestärkt („empowert“) werden? Mit welchen Methoden?

(angelehnt an: Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz – QuK- Qualitätskriterien für Gesundheitsförderung in der offenen Kinder- und Jugendarbeit)

Weiterführende Informationen zur Partizipation gibt es u.a. in der „Wissensbox Partizipation“ von funtasy projects oder im Grundlagenpapier der okaj zürich.

 

 

Wie hängt dies mit Nachhaltigkeit zusammen?

 

Partizipation zielt auf „Empowerment“. Empowerment ist eine methodische Grundhaltung, die auf Nachhaltigkeit der Massnahmen ausgerichtet ist. Die Forderungen nach Partizipation und Nachhaltigkeit sind also eng miteinander verknüpft, denn Empowerment bedeutet:

Die Kinder und Jugendlichen werden dazu befähigt, die erreichten Verbesserungen später auch eigenständig (dh. ohne Unterstützung der Jugendarbeiterinnen) bewahren bzw. wiedererlangen zu können.

 
Nachhaltigkeit
(Grundlage: www.quint-essenz.ch, ein Qualitäts- und Projekte-Tool von Gesundheitsförderung Schweiz; Adaption E. Konstantinidis, DOJ) 

Kebab+ Projekte sind zeitlich begrenzt, deswegen sollte bei jeder Projektplanung über das Projektende hinaus gedacht und überlegt werden, wie Nachhaltigkeit erzeugt werden kann. Es gibt verschiedene Arten von Nachhaltigkeit:

die Wirkung des Projekts während der Projektdauer bleibt nach Projektende bestehen

 

  • das Projekt zieht weitere Wirkungen nach sich (Nachahmung, Schneeballeffekt)
  • ein Empowerment hat stattgefunden
  • durch das Projekt entstandene Prozesse gehen weiter und wirken über die Zielgruppe hinaus (beispielsweise werden die Themen in den Medien, der Politik aufgegriffen.

    Folgende Zielsetzungen oder Produkte können dazu beitragen, dass ein Kebab+ Projekte  nachhaltig wirksam wird:

Aufbau neuer Strukturen

 

 

Angebote für die Jugendlichen und ihr Umfeld entstehen, die nach der Projektphase bestehen bleiben, z.B. 

 

 

  • Von den Jugendlichen gestalteter, weiterhin nutzbarer Aussenraum
  • Anlässe, die in Zukunft regelmässig stattfinden, z.B. gemeinsam Essen 1x im Monat
  • Arbeitsgruppe, z.B. mit Erwachsenen aus dem Umfeld, geht gemeinsam die nächste Aufgabe an
  • Planung, um Produkte aus dem Projekt regelmässig weiterhin anzuwenden (z.B. Rezeptsammlung) 

    Lerneffekte, Bildung
    Kebab+ Projekte können als Beitrag zur nonformellen bzw. informellen Bildung der Jugendlichen gesehen werden. Bei Zielsetzung und Auswertung kann die Frage mit überlegt werden:

     Was lernen die Jugendlichen aus dem Projekt….

 

  • … an neuem Wissen über das Projektthema (z.B. Wissen über gesunde Ernährung)
  • … an Methoden und Techniken, die sie selber anwenden können (z.B. eine neue Sportart kennenlernen; Entspannungsmethode)
  • …. über ihr Umfeld (z.B. Menschen aus anderen Kulturen oder Erwachsene aus ihrer Gemeinde kennenlernen)
  • … über sich selbst und das Zusammenleben  (z.B. Kooperation, Konfliktbewältigung, Mut, Überwindung, Durchhaltevermögen, kreative Lösungen finden, Erfolgserlebnisse oder konstruktive Kritik)?

    Produkte: Medien, Dokumentation
    Die Dokumentation von Kebab+ Projekten trägt bereits zu ihrer Nachhaltigkeit bei, indem die Erfahrungen, Kontakte usw. gespeichert sind und wieder genutzt werden können. Aber Medien können auch bei den Jugendlichen die Nachhaltigkeit erhöhen, z.B.
  • Videos, Filme z.B. Kochrezept Schritt für Schritt mitfilmen, „Unterrichtsmaterialien“: z.B. Anleitungen oder Spielgeräte für Sport/Spiele dokumentieren/sammeln und wieder verwenden
 

Allgemeine Reflexionsfragen zur Nachhaltigkeit

 
  • Welche Wirkungen soll das Kebab+ Projekt haben?
  • Sind Ideen vorhanden, wie das Projekt über die Projektdauer hinaus Bestand haben könnte?
  • Wie kann die nachhaltige Wirkung des Kebab+ Projekts gemessen werden?
 

Links

 

QuK-Qualitätskriterien für Gesundheitsförderun in der offenen Jugendarbeit ist ein Tool zur Unterstützung der Planung und Auswertung von Jugendarbeitsprojekten. Es ist einfach und praxisbezogen anwendbar und kann die Planung von KEBAB+ - Projekten erleichtern und verbessern. Die 35-seitige Broschüre mit Beilagen sowie weitere Informationen erhalten sie hier
 



Weitere Informationen:Quintessenz

 
 
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