«Wir sind dem Hüttenbau-Virus verfallen»

VON ANINA TORRADO, 03. 04. 2018

Die Schwyzer Kinder fiebern den Sommerferien entgegen: Dann werden sie wieder gemeinsam ein Hüttendorf mit Pool bauen. Eine Woche lang bewegen sie sich an der frischen Luft und packen beim Hüttenbau kräftig mit an. Isabelle Lenggenhager vom Verein Pro Juventute Kanton Schwyz erzählt von ambitionierten Ideen, dem Tüfteln am perfekten Menüplan und Kinoabenden im Heustock.  

Frau Lenggenhager, worum geht’s bei der Hüttenbauwoche?

Isabelle Lenggenhager: Die Hüttenbauwoche findet vom 16. bis 21. Juli 2018 schon zum vierten Mal statt. Die Kinder in der Region March können im Rahmen des Ferienpasses teilnehmen. Wir starten auf der leeren Wiese mit einem Team aus vier Leitern, 14 jugendlichen Helferinnen und Helfern und 65 Kindern. Dann bauen wir jeden Tag mehrere Hütten auf, bis Ende Woche ein ganzes Dorf steht. Jeder packt mit an, dazwischen kochen wir auf dem Feuer und die Kinder toben sich ausgiebig im «Hüttendorf-Pool» aus.

Was macht den Reiz des Hüttenbauens aus?

Wer einmal dabei war, kann fast nicht mehr anders als wieder mitmachen. Viele der ehemaligen Teilnehmer sind heute Leiter und wollen gemeinsam mit ihrer «Familie» etwas auf die Beine stellen. 

Wohnen die Kinder während der Woche in den Hütten?

Wir übernachten am letzten Abend in unseren selbst gebauten Unterkünften. Dann steigt auch das Hüttenfest mit dem Hamburgerbuffet, Spielen und einem Film im Heuschober-Kino. Zu später Stunde erzählen wir uns am Lagerfeuer Geschichten. Die Hüttenbauwoche endet mit dem Brunch am nächsten Morgen.

Nach der Arbeit vergnügen sich die Kinder im Pool

Was ist Ihre grösste Herausforderung?

Der Menüplan! Wir haben Kinder, die kein Schweinefleisch essen oder Vegetarier sind. Und dann Kinder, die eine Allergie oder Intoleranz haben. Wir können nicht unterschiedliche Menüs für jede und jeden kochen, daher gilt es Rezepte auszutüfteln, die für alle passen. Einen Teil der Verpflegung bestellen wir über Catering. 

Was lernen die Kinder an der Hüttenbauwoche?

Sie lernen, wie man mit den eigenen Händen in der freien Natur etwas kreiert. Das ist eine willkommene Abwechslung zum kopflastigen Alltag. Weiter lernen die Kinder, Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen, denn eine Hütte hält nur, wenn jeder sorgfältig arbeitet. Und dann gibt es auch mal Konflikte. Diese zu lösen ist ein wichtiger Lernprozess.

Was motiviert die Helferinnen und Helfer, die Woche zu leiten?

Viele Helfer waren früher Teilnehmer der Hüttenbauwoche. Sie sind regelrecht dem Hüttenbau-Virus verfallen und geben Jugendurlaub ein, um wieder dabei sein zu können. Dieses Jahr wird die 19-jährige Leonie die Leitung übernehmen. Sie ist im 3. Lehrjahr als Ingenieurbauzeichnerin. Ein langjähriger Projektleiter unterstützt sie in der Bauleitung.

Die Kinder lernen mit Werkzeugen umzugehen

Die Verantwortung der Helferinnen und Helfer ist gross.

Die Helfer sind zwischen 13 und 18 Jahre alt und stellen sich einer grossen Herausforderung: Eine Schar Kinder zu beschäftigen und bei Konflikten zu vermitteln erfordert eine hohe Sozialkompetenz. Die vier professionellen Leiter schulen die Helferinnen und Helfer und stehen ihnen zur Seite.

Warum unterstützt das Migros-Kulturprozent das Projekt? 

Das Migros-Kulturprozent unterstützt die Hüttenbauwoche im Rahmen des Gesundheitsförderungsprogramms Kebab+. Wir können die Kinder im Freien beschäftigen, sie bezüglich gesundem Essen sensibilisieren und dafür sorgen, dass sie sich mit anderen Kindern austauschen.

Wie sieht Ihre Traumhütte aus?

Ich mag die zweistöckigen Hütten mit Dachterrasse. Für mich dürfte diese irgendwo an einem Strand stehen, wo es warm ist (lacht).

Die Hüttenbauer während der Pause

Hüttenbauwoche 2018

Die Hüttenbauwoche findet vom 16. bis 21. Juli 2018 zum vierten Mal statt. Die Teilnahme ist mit dem Ferienpass March möglich (erhältlich ab 10. Mai 2018 auf www.fepa-march.ch). Das Migros-Kulturprozent unterstützt die Initiative im Rahmen des Gesundheitsförderungsprogramms Kebab+.

Migros-Kulturprozent
Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges, in den Statuten verankertes Engagement der Migros, das in ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gründet. Es verpflichtet sich dem Anspruch, der Bevölkerung einen breiten Zugang zu Kultur und Bildung zu verschaffen.
Migros Kulturprozent
DOJ
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